Bertold Mathes: Ausrichtung

Bertold Mathes: Installation View Galerie1214
Artists
Anfangsdatum
Enddatum
Öffnungszeiten
Verlängert ab 11.4.: Do-Fr 14-19 Uhr | Sa + So 12-16 Uhr, und nach Vereinbarung
Vernissage
Öffnungszeiten Gallery Weekend 26.4.-28.4.: 11-19 Uhr
Ort

Bertold Mathes: Ausrichtung

Malerei

Galerie1214 zeigt im März und April 2019 Arbeiten des in Waldkraiburg und Berlin lebenden und arbeitenden Bertold Mathes (*1957). Die Auswahl der Arbeiten und die Installation hat der Künstler auch mit Blick auf die Räumlichkeiten der Galerie vorgenommen. Mathes' Bilder und Zeichnungen umspielen Grundthemen, Grundformen und Grundfarben der Malerei in einer zugleich offenen und strikten Haltung. Die Farbigkeit der Bilder und der Metabolismus der zeichnerischen Form geben zu erkennen, wie der Künstler gleichsam an der Grammatik einer Sprache im Modus ihrer Entdeckung  und Umschreibung arbeitet. Das 'Geistige in der Kunst', von dem einst Kandinsky sprach, zeigt sich in der Bildbarkeit von Bedeutung, nicht in einem symbolisch befrachteten Vokabular. Der erstaunliche Freiheitsgrad formaler Gestaltung, der sich in Mathes' Werkausschnitt manifestiert, führt zugleich die Unkenrufe vom 'Veralten der Malerei im digitalen Zeitalter' ad absurdum.

In einem dichten Text, entstanden im Umfeld der Arbeit an Mathes' Katalog mit der Kienzle Art Foundation heisst es:

"In den Bildern von Bertold Mathes geht es in vielgestaltiger malerischer Ausformung und mit maximal subjektiver Fragestellung um paradoxe Relationen wie Material und Imagination, Emotion und Reflexion oder Dekoration und geistige Erfahrung.

Die Anwendung von Bild-, Farb- und Arbeitssystemen, als auch deren Kritik und Quasi-Sabotage durch Überaffirmation in betont handwerklicher Ausführung oder durch gezielt inadäquate aber ernst gemeinte emotionale malerische Entgegnung, bestimmen die Arbeitsprozesse, die sich in Werkreihen manchmal über Jahre hinweg entwickeln.

Die Kenntlichkeit seiner Bilder, ihr Sinn und ihre Bedeutung entsteht und beschreibt sich in Werkgruppierungen, in ständigen Umschichtungen und dem Aufbau von internen Gegenpositionen. So entstehen auch immer wieder und in den letzten Jahren in verstärktem Fokus, dezidierte Einzelbilder, die, in den Werkkomplex eingefügt, diesen neu beleuchten, strukturieren und gewichten und so seine offene und flexible Position und die Fragilität von Bedeutung positiv sichtbar machen.

Diese permanente Erprobung und Neubestimmung der Möglichkeiten von Malerei als fluidem Medium, führt zu Bildern, die herausgefiltert aus einem endlosen Kanon von verfügbaren Möglichkeiten, in ihrem visuellen Befund lesbare Herausforderungen für den Betrachter sind."
(© Archiv Bertold Mathes)